Nachhaltigkeit, die in der Lieferkette beginnt

Wie ein Handelsunternehmen soziale und ökologische Verantwortung mit den Anforderungen des Massenmarkts verbindet

Ausgangslage: Textilhandel, internationale Lieferketten, nachhaltige Baumwolle, soziale und ökologische Standards

Leistungsbereich: Fachartikel, Interview, Nachhaltigkeitskommunikation, Unternehmenskommunikation

Format: Artikel und Experteninterview

Auftraggeber: Miles GmbH

Thema: Cotton made in Africa und die nachhaltige Entwicklung textiler Lieferketten

Textaufgabe: Die Verbindung von Handel, nachhaltiger Baumwollproduktion, sozialen Arbeitsbedingungen und wirtschaftlichen Anforderungen verständlich und anschaulich vermitteln

Cotton made in Africa

Cotton made in Africa setzt bei einem Rohstoff an, dessen Weg bis zum fertigen Kleidungsstück durch viele Hände und über mehrere Kontinente führt.

Für Miles war dieser Weg unmittelbar mit dem eigenen Geschäft verbunden. Das Hamburger Handelsunternehmen entwickelt Lifestyle-Produkte für große Handelspartner und übernimmt Aufgaben von der Beschaffung über Logistik und Vertrieb bis zum Marketing. Damit führen Fragen nach sozialen und ökologischen Bedingungen mitten hinein in die Wertschöpfungskette.

Wie wird Baumwolle angebaut? Unter welchen Bedingungen arbeiten Kleinbauern und Beschäftigte in der Textilproduktion? Wie lassen sich ökologische und soziale Anforderungen in komplexe Beschaffungsprozesse integrieren? Und wie funktioniert das unter den Preisbedingungen des Massenmarkts?

Der Artikel und ein begleitendes Interview mit Fabian Scholz, Managing Director bei Miles, betrachten diese Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven.

Dabei geht es um Menschen und Arbeitsbedingungen in Afrika ebenso wie um Sourcing, Produktionsstätten, Lieferanten, Konsumenten und Budgets.

Nachhaltigkeit erscheint damit nicht als Thema neben dem Geschäft. Sie wird dort konkret, wo Produkte entstehen und wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden.

Die Herausforderung

Textile Lieferketten sind komplex. Selbst ein einzelnes Produkt kann aus mehreren Dutzend Komponenten bestehen. Rohstoffe, Verarbeitungsschritte und Produktionsstätten müssen betrachtet werden. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen von Kunden, Konsumenten, NGOs und Regierungen.

Cotton made in Africa fügt diesem Geflecht weitere Ebenen hinzu. Die Initiative setzt beim Baumwollanbau an und verbindet ökologische Anforderungen mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort.

Für die Kommunikation entsteht daraus eine besondere Aufgabe.

Die gesellschaftliche und ökologische Wirkung muss verständlich werden, ohne den wirtschaftlichen Zusammenhang auszublenden. Denn am Ende gelangt die Baumwolle über eine internationale Lieferkette in Produkte, die sich im Markt behaupten müssen.

Mein Ansatz

Um diesen Zusammenhang zu erzählen, führte der Weg über Recherche und Gespräch.

Im Interview mit Fabian Scholz ging es zunächst um Miles selbst und die Rolle ökologischer und sozialer Kriterien bei der Beschaffung. Von dort führte das Gespräch zur Frage, wie Nachhaltigkeit und Massenmarkt zusammenpassen.

Scholz hatte zuvor das Cotton-made-in-Africa-Team nach Uganda begleitet und dort Baumwollgesellschaften, Kleinbauern und Textilverarbeiter kennengelernt. Das Interview brachte deshalb auch die Menschen und die Veränderungen vor Ort in die Geschichte: verbesserte Arbeitsbedingungen, höhere Erträge und die Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten.

Danach öffnete sich der Blick wieder auf die gesamte textile Kette: auf Lieferanten und Kunden, unterschiedliche Stakeholder, Nachhaltigkeitsstandards und die Frage, wie weitere Verbesserungen in bestehende Sourcing-Prozesse integriert werden können.

So entsteht der Text nicht aus einer abstrakten Botschaft über Nachhaltigkeit. Er folgt den Zusammenhängen: vom Unternehmen über den Markt in die Lieferkette, zu den Menschen vor Ort – und wieder zurück zu den wirtschaftlichen Entscheidungen des Unternehmens.

Was diese Arbeitsprobe zeigt

  • Journalistische Recherche als Grundlage der Unternehmenskommunikation
  • Verbindung von Interview und Fachartikel
  • Vermittlung komplexer internationaler Lieferketten
  • Verbindung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Zusammenhänge
  • Nachhaltigkeitskommunikation anhand konkreter Vorgänge und Menschen
  • Einordnung von Nachhaltigkeit unter den Bedingungen des Massenmarkts
  • Übersetzung fachlicher Zusammenhänge in eine verständliche Geschichte

Warum das wichtig ist

Gesellschaftliche und ökologische Verantwortung wird besonders glaubwürdig, wenn sich zeigen lässt, wo sie im Unternehmen tatsächlich wirksam wird.

Bei Miles führt dieser Weg mitten durch das operative Geschäft: von der Auswahl der Rohstoffe über Produktionsstätten und Lieferanten bis zu Produkten für den Massenmarkt.

Dadurch entsteht eine Geschichte, in der wirtschaftliche Leistung und Wirkung nicht getrennt voneinander betrachtet werden müssen.

Genau diese Verbindung macht die Arbeitsprobe heute erneut interessant. Sie zeigt, wie Kommunikation sichtbar machen kann, was entlang einer Wertschöpfungskette geschieht – und welche Bedeutung unternehmerische Entscheidungen für Menschen, Umwelt und Markt entwickeln.

Weitere Beispiele erfolgreicher Projekte und Kundenstimmen finden Sie in meinen Referenzen.

Diese Textprobe ist Teil meiner Arbeit als Texter in Hamburg für komplexe Themen.

Der Artikel

Fashion mit Fairness

Welche Geschichte steckt in den Fasern unserer Kleidung? Sind Umweltbelastungen durch Fashion vermeidbar? Was verbessert die Lebens- sowie Arbeitsbedingungen von Baumwollbauern und Fabrikarbeitern in Afrika? Fragen, die sich Prof. Dr. Michael Otto gestellt – und beantwortet hat. Das Ergebnis ist seit 2005 die einzigartige Success Story der Initiative „Cotton made in Africa“ (CmiA) – und Miles ist Teil davon: Wir waren vor Ort, sind vollauf begeistert und haben unser Engagement für CmiA nochmals erhöht.

Michael Otto formulierte als erste Antwort: Hilfe zur Selbsthilfe gibt Bauern und Arbeitern in Afrika ihre Würde zurück und beseitigt deren Armut. Antwort zwei: Umweltschutz hilft allen Menschen vor Ort und auch global. Antwort drei: Eine Stiftung kann beides ermöglichen. Antwort vier: Michael Otto gründet im Jahr 2005 Cotton made in Africa. Ansatz der Stiftung: Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel – unter nachhaltigen Bedingungen.

Und: Action!

Heute treiben 36 nationale und internationale Handelsunternehmen sowie Brands das Projekt voran; ebenfalls Hilfsorganisationen wie WWF, NABU, Care International und andere, auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das CmiA-Etikett an einem Kleidungsstück steht für Fairness: Der Anbau der Baumwolle und die Weiterverarbeitung der Fasern erfolgt durch zufriedene Menschen, die nachhaltig gehandelt haben – für sich und die Welt.

Nachhaltigkeit made by Miles

Dieser Ansatz passt perfekt zu Miles. Denn bereits seit vielen Jahren denken wir ganzheitlich. Als modernes Handelshaus geben wir uns nicht mit lediglich gut gestalteten Produkten zufrieden. Nachhaltigkeit beginnt bei uns ganz selbstverständlich bei der Beschaffung nach ökologischen sowie sozialen Kriterien. [...] CmiA hat daran mitgewirkt, dass nachhaltige Baumwolle heute kein Luxusrohstoff mehr ist. Vielmehr steigt ständig die Vielfalt und Anzahl günstiger Produkte, die trotzdem nachhaltig und unter sehr guten Arbeitsbedingungen hergestellt sind.

Engagement mit Wow!-Faktor

Das belegt die beeindruckende Statistik der Stiftung: Über eine Million Baumwollbauern in zahlreichen Ländern Afrikas bestellen ihre Felder nach den CmiA-Kriterien. Sie produzierten 2017 etwa 496.000 Tonnen Baumwolle ohne künstliche Bewässerung und mit deutlich weniger emittierten Treibhausgasen. So entstand feinster Rohstoff für 90 Millionen Textilien, 79 % mehr als 2016. Weiterer Umweltschutz: Verboten für den Anbau ist die Abholzung von Primärwäldern; auch der Einsatz von genverändertem Saatgut.

Die Stiftung finanziert sich durch Lizenzgebühren, die für das CmiA-Label gezahlt werden. Geld, das sofort zurück in die Anbauregionen fließt. Dort vermitteln beispielsweise Farmer Business Schools den Kleinbauern betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Andere Fortbildungen ebnen Frauen den Weg in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Unabhängigkeit.

In one word – for one world

Werden auch Sie Teil der immer größer werdenden Bewegung für nachhaltige Mode! Mit dem Kauf fairer CmiA-Fashion schützen Sie die Menschenrechte und bewahren unseren Planeten für künftige Generationen.

Interview mit Fabian Scholz, Managing Director bei Miles

Die ausgewählten Fragen zeigen, wie die Recherche den Blick vom Unternehmen über den Massenmarkt bis in die internationale Lieferkette öffnet.

Wie passen Nachhaltigkeit und Massenmarkt zusammen?

Frage: Die Miles ist Textilproduzent und Lieferant großer Unternehmen wie unter anderem Aldi – wie passen Ihrer Meinung nach Nachhaltigkeit und Massenmarkt zusammen?

Fabian Scholz:
Wie gesagt umfasst unser Portfolio ein breites Spektrum. Schuhe, Koffer, Sportgeräte, Campingausrüstungen und weiteres mehr sind allesamt Produkte, für die wir die Nachhaltigkeitsfrage stets mit festem Blick aufs Budget klären. Vor allem: Heute stellt sich nicht mehr die Frage nach dem „ob“. Endverbraucher möchten Produkte mit ruhigem Gewissen kaufen. Folglich stellt sich nur noch die Frage nach dem „wie“. Die lässt sich immer einfacher beantworten, weil die Akteure der Supply Chain entsprechend handeln. Um die Prozesse weiter zu optimieren, kontrolliert unser Vendor Compliance Team regelmäßig die Produktionsstätten unserer Lieferanten und berät diese. Gerade bei der nachhaltigen Baumwolle zeigt sich, dass dieses Produkt mittlerweile bestens kompatibel mit dem Massenmarkt ist. Günstige Kleidung kann mittlerweile sehr gut nachhaltig und unter guten Arbeitsbedingungen produziert werden.

Was verändert sich vor Ort?

Frage: Sie haben das Cotton made in Africa-Team kürzlich auf eine Reise nach Uganda begleitet und die Partner der Initiative, die Baumwollgesellschaften, Kleinbauern und Textilverarbeiter, vor Ort kennengelernt. Welche Eindrücke nahmen Sie von dieser Reise mit?

Fabian Scholz:
Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie gut die Zusammenarbeit des CmiA-Teams mit den einzelnen Partnern vor Ort funktioniert und wie viel Freude sowie Erfolg jede der handelnden Personen daraus gewinnt. Zu sehen, wie sich die Arbeitsbedingungen und vor allem der Ertrag der Kleinbauern verbessert haben, motiviert sehr dazu, diese Initiative weiter voranzutreiben.

Wie lässt sich Nachhaltigkeit in eine komplexe textile Kette integrieren?

Frage: Für viele Unternehmen klingt die Integration von Nachhaltigkeit in die textile Kette nach einer großen Herausforderung. Wie sehen Sie das und welche Erfahrungen haben Sie im Gespräch mit Ihren Kunden gemacht?

Fabian Scholz:
Gerade bei Textilien ist die Komplexität der Produkte größer, als es viele erwarten. Oftmals bestehen sie aus mehreren Dutzend Einzelkomponenten. Hierbei alle Rohstoffe und Prozesse nach Nachhaltigkeitskriterien zu bilanzieren, ist tatsächlich eine Herausforderung. Außerdem ändern sich die Anforderungen der verschiedenen Stakeholder (NGOs, Konsumenten, Kunden, Regierungen etc.) fortlaufend. Darauf sind wir eingestellt und reagieren flexibel. Unsere Kunden und Lieferanten ebenfalls. Denn sie wissen, dass Konsumenten die Anbieter bevorzugen, die für ihr verantwortungsbewusstes Handeln bekannt sind. Deshalb arbeiten wir alle zusammen sehr intensiv daran, weitere Innovationspotenziale zu identifizieren und so die nachhaltige Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu perfektionieren.

Was müsste sich bei Nachhaltigkeitsstandards verändern?

Frage: Was würden Sie sich von den Nachhaltigkeit-Standards wünschen, um die Nutzung noch attraktiver zu gestalten?

Fabian Scholz:
Es ist ja so: Je mehr „Nachhaltigkeit“ zum Trend-Thema geworden ist, ist auch die Siegelvielfalt gewachsen. Hier wäre es sicherlich mit Blick auf die Konsumenten sinnvoll, mehr Klarheit herzustellen, wofür die einzelnen Siegel stehen. Auch wünsche ich mir, dass Zertifizierungen für Importeure besser in den Sourcing-Prozess integriert werden. Das würde uns und anderen die Arbeit erheblich vereinfachen.

Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette erzählen

Nachhaltigkeit lässt sich auf unterschiedliche Weise kommunizieren. Hier beginnt die Geschichte bei der Baumwolle und führt über Kleinbauern, Produktionsstätten und Lieferanten bis zum Handelsunternehmen und seinen Kunden.

Eine andere Arbeitsprobe führt vom Umweltproblem Mikroplastik über eine Non-Profit-Initiative zu einem Produkt, das gemeinsam mit einem Wirtschaftsunternehmen in den Markt gebracht wird: Guppyfriend.

Wer hier schreibt: Volker Höinghaus

Ich bin professioneller freiberuflicher Texter, Werbetexter, Copywriter und Storyteller aus Hamburg. Seit über 20 Jahren entwickle ich Texte für Unternehmen, die komplexe Themen verständlich vermitteln, ihre Besonderheiten sichtbar machen, Menschen Orientierung geben und ihre Marke nachhaltig stärken möchten.

Sie kennen jemanden, die oder der diesen Impuls gerade gut gebrauchen kann? Dann teilen Sie doch diese Seite.

Über all das persönlich sprechen?

Schreiben Sie mir - #gernperdu.

Sobald Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den „Senden“-Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass ich Ihre angegebenen personenbezogenen Daten und Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage bzw. für eine Kontaktaufnahme verwende. Eine Weitergabe der Daten an Dritte findet grundsätzlich nicht statt, es sei denn die geltenden Datenschutzvorschriften rechtfertigen eine Übertragung oder weil ich dazu gesetzlich verpflichtet bin. Sie können Ihre erteilte Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Im Falle des Widerrufs werden Ihre Daten umgehend gelöscht. Ihre Daten werden ansonsten gelöscht, sobald ich Ihre Anfrage bearbeitet habe oder der Zweck der Speicherung entfallen ist. Sie können sich jederzeit über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten informieren. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie auch in der Datenschutzerklärung dieser Webseite.